Das grosse Matterhorn-Lexikon - Uli Auffermann Text & Bild

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Das große Matterhorn-Lexikon
2015 - 150 JAHRE MATTERHORN-ERSTBESTEIGUNG

Am 14. Juli 1865 gelang dem Briten Edward Whymper gemeinsam in der Siebner-Seilschaft mit den Bergführern Croz, Peter Taugwalder und Sohn und den drei Engländern Hudson, Hadow und Douglas die Matterhorn-Erstbesteigung.

Gegen 13:40 Uhr ist es geschafft: Croz und Whymper erreichen als Erste den Schweizer Gipfel, haben sie doch das letzte Stück förmlich in einem Wettlauf hinter sich gebracht. Die anderen folgen ihnen rund 10 Minuten später nach. Zu ihrer großen Freude ist der Schnee am Gipfel unberührt, und auch am Italienischen Gipfel sind keinerlei Spuren auszumachen: So ist klar: Sie sind die ersten Menschen auf dem höchsten Punkt des Matterhorns. Im Abstieg ereignet sich das folgenschwere Unglück, bei dem vier Bergsteiger ihr Leben verlieren. Es verhilft der Erstbesteigung und seinem Berg zu einer bis heute andauernden „schaurigen“ Berühmtheit.
Das „kleine" Matterhorn-Lexikon
Air Zermatt

Gegründet wird diese private Organisation 1968 durch den Zermatter Apotheker und Gemeinderat Beat Perren (als drittes schweizerisches Heliunternehmen überhaupt), da man damals erkannt hatte, dass es durch die fehlende Straßenanbindung des Ortes gerade in dringenden Fällen zu viel Zeit kostet, allein auf den Zug angewiesen zu sein. Aber nicht nur bei Notfällen und Rettungen kommen die Hubschrauber zum Einsatz, sondern auch bei Versorgungsflügen, Lastentransporten und anderem mehr, so dass die Piloten überaus erfahren sind. Zusammen mit den Zermatter Bergrettern gelingen ihnen Einsätze in fast unmöglichen Situationen, und viele Menschen verdanken ihren Bemühungen ihr Leben. Rund 1500-mal im Jahr startet ein Helikopter aus der Flotte der Air Zermatt zu einem Rettungsflug. Darüber hinaus werden immer wieder wichtige Neu- und Weiterentwicklungen im Bereich Berg- und Luftrettung von den Angehörigen der Air Zermatt angestoßen bzw. umgesetzt. Heute sind rund 50 Mitarbeiter mit neun Helikoptern ganzjährig im Einsatz.
Erste Begehung der Nordwand durch eine Frau

Die Schweizerin Yvette Vaucher ist es, der gemeinsam mit ihrem Mann Michel am 13./14. Juli 1965 die erste Damenbegehung der Matterhorn-Nordwand gelingt. Als Dritter am Seil begleitet sie ihr Zermatter Bergführerfreund Othmar Kronig.
Golfschlag vom Gipfel

In den 1970er Jahren lässt sich ein britischer Gast von Bergführer Leo Imesch auf den Gipfel des Matterhorns führen, holt dort zwei Golfbälle und einen Schläger hervor und schlägt – als Gruß an die Mitglieder seines Golfclubs gedacht – je einen Ball in den Schweizer und einen in den italienischen „Luftraum“ am Matterhorn.
Highline am Matterhorn

Der Schweizer Alpinist Stephan Siegrist balanciert im Mai 2012 als erster auf einer drei Zentimeter breiten Highline vom Italienischen zum Schweizer Gipfel, ohne Schuhe - nur in Socken, um das Seil besser spüren zu können - gelangt er auf die andere Seite.
Kammerlander am Matterhorn

Alle Matterhorn-Grate in 24 Stunden - diese Unternehmung nimmt sich der Südtiroler Hans Kammerlander im August 1992 mit dem Schweizer Diego Wellig vor. Vier Aufstiege jeweils über Zmuttgrat, Furggengrat, Liongrat und Hörnligrat mit insgesamt 4070 Höhenmetern und drei Abstiege über den Hörnligrat und einen über den Liongrat bewältigen die beiden in dieser Zeit. „Viermal aufs Matterhorn zu rennen ist an sich sinnlos, außer für mich", meint der Südtiroler selbst über seine ungewöhnliche Aktion.
Matterhorn glacier pradiese

Höchstgelegene Bergbahnstation Europas (3883 m) auf dem Klein Matterhorn. Von dort kann man eine atemberaubende Panoramasicht auf die umliegenden Viertausender genießen, und der Aufstieg zum Breithorn lässt sich in etwa zweieinhalb Stunden bewältigen.
Monte Cervino

Italienischer Name des Matterhorns, auch einfach nur Cervino genannt.
Olympische Goldmedaille

1932 bekommen die Brüder Franz und Toni Schmid vom Olympischen Komitee in Los Angeles eine Goldmedaille verliehen für „herausragende Leistungen im Alpinismus“ – den beiden war im Sommer 1931 die erste Begehung der Matterhorn-Nordwand gelungen.
Sagenhafte Matterhornentstehung

Einer Sage nach soll das Matterhorn in allerfrühester Zeit zu einer Bergkette gehört haben, die einheitlich hoch war und gegen Süden abbrach. Der Riese Gargantua aus dem Aostatal, so ist es überliefert, wollte eines Tages wohl auch einmal die Landschaft jenseits des Plateaus sehen, machte einen großen Schritt, und schon stand er mit einem Bein in der Schweiz. Doch oh Schreck, das brachte die Felsen ringsum zum Einsturz. Von dem gewaltigen Massiv blieb nur, was der Riese zwischen seinen Beinen hatte schützen können – das Matterhorn.
Toblerone

Die Schokolade mit der markanten Form, die weltweit bekannt ist und überall mit der Schweiz verbunden wird, hat ihre Ursprünge im Jahr 1908. Dass die Schokoladenhersteller Theodor Tobler und Emil Baumann bei der Formgebung bereits das Matterhorn im Sinn hatten, ist vielleicht nur eine Mutmaßung. Jedoch erkennt man im Unternehmen bald den Vorteil dieser gedanklichen Verbindung und bildet seit den 1960er Jahren das Matterhorn auf der Verpackung ab.
Vierzig Schweizer Franken

Eine Flugminute für einen Helikopter kostet im Gebirge in etwa 40 Schweizer Franken. Mit ein Grund für die hohen Kosten: Kann ein Hubschrauber auf Meereshöhe bis zu 1100 Kilogramm Unterlast transportieren, schafft er auf über 3000 Meter Höhe nur bis zu 700 Kilo, was Flüge im Vergleich zum Flachland noch einmal teuerer macht. So will alles gut geplant und bedacht sein, bevor es losgeht.
Das Matterhorn von A-Z, mit über 800 Stichwörtern

Das Matterhorn – weltberühmtes Wahrzeichen der Schweiz. Einer der schönsten Berge der Welt. Und eine Offenbarung für Maler, Fotografen und natürlich Alpinisten! … mehr

Mit einem Vorwort von Hans Kammerlander!
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