Walter Almberger zum 85. Geburtstag - Uli Auffermann Text & Bild

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Walter Almberger zum 85sten Geburtstag
09.07.2018
Walter Almberger wird 85!
Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag, lieber Walter!

Was macht ein Mensch, wenn er viele Talente hat? Wenn er gleichermaßen gern klettert und Musik macht? Wenn er die Natur, die Berge liebt, im Sommer wie im Winter? Wenn er mit Vorliebe etwas mit seinen Händen fertigt, in der Lage ist, ein eigenes Haus zu zimmern, wenn er auch komponiert und mit seiner Musik anderen Freude bereitet – am liebsten aber vorher noch ein bis zwei richtig schwere Touren klettern will, manchmal allein, bisweilen bei Kälte und Schnee – und wenn er dann noch zum Lebensunterhalt viel und hart arbeiten musste? Er könnte resignieren angesichts der Tatsache, dass der Tag nur 24 Stunden hat. Oder er heißt Walter Almberger. Dann ist das alles möglich! Wie er das hinbekommt? Durch absolute Begeisterung für das, was er gerade tut. Daraus zieht er unglaublich viel Kraft, sehr viel Energie und große Zufriedenheit.

Diese Lebenseinstellung führte ihn zu vielen Erfolgen. Als Alpinist allemal. Klaus Hoi, Bergführer und Ausnahmekletterer, war viele Jahre sein Seilgefährte: „Der absolute Star der damaligen Kletterszene im Gesäuse war Walter Almberger. Er beherrschte alle Spielformen des Bergsteigens und war vor allem auch ein äußerst aktiver Winterbergsteiger. Obwohl um 10 Jahre älter, war der Walter an mir als dem ‚Jungspund’ aus Lienzen interessiert. 1962 durchstieg er mit mir nochmals die Eigernordwand im Sommer, obwohl er noch an den amputierten Zehen von der Wintererstbegehung 1961 zu leiden hatte. Wir waren in den folgenden Jahrzehnten im gesamten Alpenraum als Seilschaft sehr erfolgreich unterwegs, aber besonders gerne in den heimischen Gebieten Gesäuse, Hochschwab und Dachstein. Speziell hier konnten wir viele Erstbegehungen realisieren – retrospektiv sind es eindrucksvolle Freikletteranstiege geworden.“
© Archiv Almberger
Klar, die Wintererstbegehung am Eiger hatte Walter Almberger über Nacht berühmt gemacht. Doch was ihn besonders auszeichnet, ist seine allseitige bergsteigerische Kompetenz, die überall, bei unterschiedlichsten Verhältnissen zum Tragen kommt. Mit seiner Schnelligkeit, seinem Gespür für das Gelände, seiner Härte und seiner Fähigkeit sich durchzubeißen reiht er sich ein in die Liste der stärksten Alpinisten, die der Alpenbogen hervorgebracht hat.
„Walter war für mich nicht nur der väterliche Freund, sondern auch der Inbegriff der Souveränität und perfekten Sicherheit am Berg“, meint Klaus Hoi rückblickend.

Sicher resultierte seine Besessenheit für den Berg und seine Härte gegen sich selbst aus einer materiell und emotional entbehrungsreichen Kindheit, doch seinen Charakter, seine Persönlichkeit hat er sich selbst erarbeitet. Die Sehnsucht nach intensiven Erlebnissen im Gebirge, seine Lebenslust und sein Wissen formten einen überaus eigenständigen Menschen voller Selbstvertrauen. Eigenschaften, die in seinen Berufen als Bergmann und Bergführer von größter Bedeutung waren. Aber da ist auch noch die andere Seite, die feinsinnige, die musische, die nicht nur in seinem schönen Spiel auf der Zither sichtbar wird. Menschliche Schicksale gehen Walter Almberger nahe, Enttäuschungen schmerzen, bringen ihn aber nicht von seinem Weg ab. Offenherzig und hilfsbereit, geradlinig und aufrecht, konnte und kann man sich auf ihn hundertprozentig verlassen. Am Berg, im Berg, im Leben. Noch einmal Klaus Hoi: „Ich bin heute sehr froh und dankbar, den Walter als Seilpartner und Freund kennengelernt zu haben und wünsche ihm noch viele gute Jahre.“
© Archiv Almberger
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